Archiv für Februar 2010

Generalstreik

Rezension

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GENERALSTREIK!

Ausgehend von der Generalstreik-Debatte um 1900 – die ja bereits zur Gründung der Vorläufer-Organisation der FAUD, der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften, der lokalorganisierten radikalen sozialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung 1897, führte – werden in diesem Taschenbuch die Gründe für das letztendliche Entstehen des deutschen Anarchosyndikalismus herausgearbeitet. Die SPD distanzierte sich von ihren aktivsten Genossen an der Arbeiterbasis, den Lokalisten.

Die Diskussion um den Generalstreik offenbarte auch ganz klar den undemokratischen Charakter dieser Arbeiterpartei mit Alleinvertretungsanspruch und mit Führer-Pathos. Selbst der Verrat von Parteitagsbeschlüssen (für den politischen Generalstreik) durch das ‚Mannheimer Abkommen’ von 1906 zwischen Parteivorstand und der Generalkommission der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung trieb viele der bis dato lokalorganisierten Arbeiter zurück in die zentralisierten Gewerkschafts-Kirchen, aus Furcht vor der Exkommunizierung durch den Parteivorstand. Sie trennte allerdings damit auch die Spreu vom Weizen und ermöglichte das langsame Einwirken arbeiter-anarchistischer Ideen in den Kreis dieser aufrechten Klassenkämpfer für einen wirklichen Sozialismus. Schon früh bezeichneten SPD-Führer die FVdG als „anarcho-sozialistisch“ und noch treffender bereits als „anarcho-syndikalistisch“.

Die Nachdrucke der beiden Texte von Arnold Roller „Der soziale Generalstreik“ und Raphael Friedeberg „Parlamentarismus und Generalstreik“ werden so dem Vergessen entrissen und runden die Stimmung und Atmosphäre der Zeit ab. Beide Texte machen aufklärend deutlich, worin der Unterschied zwischen einem „politischen“ Massenstreik und einem „sozialen“ Generalstreik liegt.

Es kann nicht schaden, sich damit wieder auseinander zu setzen, auch wenn die Antwort eigentlich heute klar sein sollte: „Wir führen keinen politischen Kampf und brauchen deshalb auch keine politischen Kampfformen. Unser Kampf ist ein ökonomischer Kampf. Dehalb müssen auch unsere Waffen ökonomischer Natur sein“ (Friedeberg).

Ein wirklich gelungener Wurf des Genossen Helge Döhring und der Edition AV, der durch die vielen Illustrationen (Fotos und Dokuemente) auch das Auge anspricht.

Lest und verbreitet dieses exzellente Buch, wir empfehlen es wärmstens.

Verlag Edition AV Edition-av.de>
156 Seiten broschur, illustriert, 14 €uro • ISBN: 978-3-86841-019-8
generalstreik.blogsport.de

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ASJ-Veranstaltung

„Die Revolution machen nicht die Alten“ – ASJ Berlin beim ASK Hamburg

Anwesend waren in den Räumen des Café Libertad Kollektivs in Hamburg-Altona von den Veranstaltern ASK und ASJ Berlin insgesamt leider nur 13 Zuhörer. Ein junges autonomen Pärchen (vollkommener Automatenstyl, vollschwarz) verließ nach der Hälfte des sehr guten Vortrages des Genossen aus Berlin wort- und grußlos die kleine Veranstaltung. Das lag sicherlich an den sehr deutlichen und ungewöhnlich klaren Positionen, die die ASJ (Berlin) zur Thematik AntiDeutsche vortrug.

Der Überblick über die Entstehung und Entwicklung der ASJ bundesweit war deshalb spannend, weil die beiden jungen Genossen sehr selbstkritisch den bisherigen Werdegang der neuen anarchosyndikalistischen Jugend kommentierten: es fehle noch an der notwendigen Kontinuität und auch die Ansatzpunkte, wie mit anderen Gleichaltrigen eine Basis für den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben gefunden werden kann, sind längst nicht klar (das wäre ja auch viel zu einfach). Klar haben die Genossen jedoch, daß sie eine kulturell-gewerkschaftliche Kampforganisation sein wollen und müssen. Denn ohne eigene Kultur bzw. Kampf um eine eigenständige Klassenkultur nutzt ein rein gewerkschaftlicher Kampf nichts – jedenfalls dann, wenn gemeinsam für eine anarcho-kommunistische, freie Gesellschaft gekämpft werden soll.

Ansatzpunkte für die Berliner ASJ sind deshalb selbstorganiserte Konzerte, Filmveranstaltungen und gewerkschaftliche Aktivitäten. Besonders aktiv sind die Berliner hier bei Soli-Aktionen mit befreundeten anarchosyndikalistischen Organisationen und vor allem dem Kampf der Babylon-Beschäftigten (es wurde sehr schnell deutlich, dass die Berliner FAU ohne die aktive praktische Solidarität der ASJ Berlin ziemlich „alt“ aussehen würde).

Gesucht werden noch Interventionsstrategien für die sehr unterschiedlichen Bereiche Kinder, Schüler, Studenten, Auszubildende und erwerblose Jugendliche.

Was aber in der ASJ Berlin klar zu sein scheint, ist, daß das Organisationsmuster der FAU, über Bildungssyndikate Schüler, Lehrer und Studenten in einer gewerkschaftlichen Branche zusammenzuschließen, abgelehnt wird, weil diese Menschen nichts miteinander verbindet, eine gewerkschaftliche Organisierung von Schülern und Studenten (auch juristisch) gar nicht möglich ist, weil die Schule oder die Universität kein ökonomischer Gegner ist, der die Schüler/Studenten ausbeutet.

Ein wichtiger Punkt in der aktuellen Organisierung bzw. Umsetzung eines selbstverwalteten Lebens für Schüler ist wohl die Schüler-Selbstlernhilfe, die Schüler animiert, gemeinsam den eigenen „Nachhilfe“-Unterreicht zu organisieren und über diese Idee auch ein selbstbestimmtes Lernen als möglich und sinnvoll erfahrbar zu machen.

Es war ein sehr netter Sonntagnachmittag mit den beiden Genossen aus Berlin, mögen sie unsere „Alte Säcke“-Veranstaltung als gutes WarmUp für die kommenden Veranstaltungen sehen. Wir hoffen, mehr solche junge Genossen kennen zu lernen, zumal vielleicht auch ihnen deutlich wurde, dass nicht alle Genossen über 30, 40, 50 oder 60 (unser 70jähriger Genosse ist gerade in Lateinamerika unterwegs) bereits lahmarschig die Hintern nicht mehr hochbekommen.

Viel Erfolg bei Euren weiteren Veranstaltungen!

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AuR Hamburg 1918/19

Revolution in Hamburg:
Der Arbeiter- und Soldatenrat von Groß-Hamburg 1918/19

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Hier könnt ihr Euch unsere neueste kleine Broschüre downloaden – 14 Seiten.
Eine Zusammenarbeit von ASK/VAB Hamburg-Altona und Archiv Karl Roche.
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AuR1919.pdf

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