ASJ-Veranstaltung

„Die Revolution machen nicht die Alten“ – ASJ Berlin beim ASK Hamburg

Anwesend waren in den Räumen des Café Libertad Kollektivs in Hamburg-Altona von den Veranstaltern ASK und ASJ Berlin insgesamt leider nur 13 Zuhörer. Ein junges autonomen Pärchen (vollkommener Automatenstyl, vollschwarz) verließ nach der Hälfte des sehr guten Vortrages des Genossen aus Berlin wort- und grußlos die kleine Veranstaltung. Das lag sicherlich an den sehr deutlichen und ungewöhnlich klaren Positionen, die die ASJ (Berlin) zur Thematik AntiDeutsche vortrug.

Der Überblick über die Entstehung und Entwicklung der ASJ bundesweit war deshalb spannend, weil die beiden jungen Genossen sehr selbstkritisch den bisherigen Werdegang der neuen anarchosyndikalistischen Jugend kommentierten: es fehle noch an der notwendigen Kontinuität und auch die Ansatzpunkte, wie mit anderen Gleichaltrigen eine Basis für den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben gefunden werden kann, sind längst nicht klar (das wäre ja auch viel zu einfach). Klar haben die Genossen jedoch, daß sie eine kulturell-gewerkschaftliche Kampforganisation sein wollen und müssen. Denn ohne eigene Kultur bzw. Kampf um eine eigenständige Klassenkultur nutzt ein rein gewerkschaftlicher Kampf nichts – jedenfalls dann, wenn gemeinsam für eine anarcho-kommunistische, freie Gesellschaft gekämpft werden soll.

Ansatzpunkte für die Berliner ASJ sind deshalb selbstorganiserte Konzerte, Filmveranstaltungen und gewerkschaftliche Aktivitäten. Besonders aktiv sind die Berliner hier bei Soli-Aktionen mit befreundeten anarchosyndikalistischen Organisationen und vor allem dem Kampf der Babylon-Beschäftigten (es wurde sehr schnell deutlich, dass die Berliner FAU ohne die aktive praktische Solidarität der ASJ Berlin ziemlich „alt“ aussehen würde).

Gesucht werden noch Interventionsstrategien für die sehr unterschiedlichen Bereiche Kinder, Schüler, Studenten, Auszubildende und erwerblose Jugendliche.

Was aber in der ASJ Berlin klar zu sein scheint, ist, daß das Organisationsmuster der FAU, über Bildungssyndikate Schüler, Lehrer und Studenten in einer gewerkschaftlichen Branche zusammenzuschließen, abgelehnt wird, weil diese Menschen nichts miteinander verbindet, eine gewerkschaftliche Organisierung von Schülern und Studenten (auch juristisch) gar nicht möglich ist, weil die Schule oder die Universität kein ökonomischer Gegner ist, der die Schüler/Studenten ausbeutet.

Ein wichtiger Punkt in der aktuellen Organisierung bzw. Umsetzung eines selbstverwalteten Lebens für Schüler ist wohl die Schüler-Selbstlernhilfe, die Schüler animiert, gemeinsam den eigenen „Nachhilfe“-Unterreicht zu organisieren und über diese Idee auch ein selbstbestimmtes Lernen als möglich und sinnvoll erfahrbar zu machen.

Es war ein sehr netter Sonntagnachmittag mit den beiden Genossen aus Berlin, mögen sie unsere „Alte Säcke“-Veranstaltung als gutes WarmUp für die kommenden Veranstaltungen sehen. Wir hoffen, mehr solche junge Genossen kennen zu lernen, zumal vielleicht auch ihnen deutlich wurde, dass nicht alle Genossen über 30, 40, 50 oder 60 (unser 70jähriger Genosse ist gerade in Lateinamerika unterwegs) bereits lahmarschig die Hintern nicht mehr hochbekommen.

Viel Erfolg bei Euren weiteren Veranstaltungen!

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