Archiv für April 2016

Spanien 36

Zwei Veranstaltungen der ASG im Rahmen der Erinnerungstage
80 Jahre Spanische Revolution 1936-39 in Hamburg 2016

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Die Spanische Revolution vom 19. Juli 36


Warum scheiterte die soziale Revolution in Spanien? Eine kurz gefasste historische Betrachtung leitet unsere beiden Veranstaltungen zum 80. Jahrestag des Widerstandes gegen den Militärputsch um General Franco am 19. Juli 1936 und den Beginn der sozialen Revolution ein.
Die erste Veranstaltung behandelt dann die Kollektivierungen während der Spanischen Revolution – ohne die es eben gar keine Revolution, sondern nur ein Bürgerkrieg geblieben wäre, um die bürgerliche II. Spanische Republik zu verteidigen. Als Beispiele werden herausgehoben:
• die Glühlampenfabrik in Mataró unter Juan Peiró (später auch Industrieminister der CNT) und • die Waffenproduktion in Barcelona.

CNT-Handgranate

Ohne Kollektivierungen und ohne Waffenproduktion wäre das revolutionäre Spanien viel schneller den Faschisten um Franco in die Hände gefallen. Dank der Verweigerung von politischen und militärischen Hilfsleistungen seitens der demokratischen Republiken Frankreich und England und mit Hilfe der beiden faschistischen Diktaturen von Mussolinis Italien und des deutschen III. Reichs unter Hitler konnte die Katastrophe der Niederlage nicht verhindert werden.

Besondere «Hilfestellung» leistete auch das Sowjetregime Stalins: die Bolschewisten schickten Waffen nur für die spanischen Kommunisten und trugen auch mit ihren NKWD-Geheimagenten dazu bei, die soziale Revolution während des Bürgerkrieges zu liquidieren!

Stalin wollte keine libertäre ‚Alternative‘ zu seiner rotfaschistischen Diktatur, deshalb verkündete die Moskauer Prawda bereits am 17. Dezember 1936:
„In Katalonien hat die Säuberung von Trotzkisten und Anarchisten bereits begonnen; sie wird mit derselben Energie wie in der Sowjetunion durchgeführt werden.“
Der Historiker Walter L. Bernecker fasste später zusammen:
„Während die Anarchisten im Bürgerkrieg eine herrschaftsfreie Gesellschaft und den ‚freiheitlichen Kommunismus‘ auf der Grundlage freier Kommunen und der Gewerkschaften zu errichten trachteten,“ wurde die PCE „zur Verfechterin des Privateigentums und der Interessen des Mittelstandes und des Kleinbürgertums.“

Ort: AGiJ – Thedestraße 99 (3. Stock),
22767 Hamburg – Altona
Montag, 25. April 2016 – 18:30 Uhr

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Buchvorstellung:

Quer denken, gerade leben

Das größte Glück meines Lebens war aber, dass ich dreißig Jahre lang mit einem einzig artigen Menschen, mit Luis, zusammen sein durfte.
Auf Luis zu treffen und außerdem noch eine so lange Strecke unseres Lebens gemeinsam gehen zu dürfen, war das schönste Geschenk, das das Leben mir machen konnte. Es war eine unvergleichliche Erfahrung, die schönste Liebesgeschichte, die von gegenseitiger Wertschätzung, Verständnis und Zuneigung geprägt war sowie vom gegenseitigen Respekt der Freiheit des anderen. Sein klares Denken und seine Willensstärke gaben mir, wie ein Freund dies einmal ausdrückte, „die Kraft, mich einem Tornado entgegenzustellen“.
Doris Ensinger beschreibt ihre Entwicklung zur aktiven Anarchistin und erinnert an ihr gemeinsames Leben in Barcelona mit dem Anarchisten Luis Andrés Edo. Ihr Buch ist deshalb auch eine Darstellung der jüngeren Geschichte des spanischen Anarchosyndikalismus der Nach-Franco-Zeit, mit einem Dokumentenanhang.

• Doris Ensinger – Nach ihrem Übersetzerstudium in Saarbrücken, erlebt sie dort die Studentenbewegung mit. Aktiv in der Alternativ- und Solidaritätsbewegung in München. Ab Herbst 1977 in Barcelona, dort Zusammentreffen mit Luis Andrés Edo, einem bekannten CNT-Mitglied und Antifranco-Kämpfer, Zusammenleben bis zu dessen Tod 2009. Durch Edo in die anarchistisch-libertäre Bewegung eingebunden. Von 1981-2010 war sie Dozentin an der Universitat Autònoma de Barcelona im Bereich Übersetzen.

Ort: AGiJ – Altona
Thedestraße 99 (3. Stock), 22767 Hamburg
Mittwoch, 27. April 2016 – 19 Uhr

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Veranstalter und Unterstützer:
Anarchosyndikalistische Gruppe Hamburg-Altona (ASG); verlag | barrikade [Archiv Karl Roche | RADAS], Hamburg.